Die Regenbogenkrieger
Es gab da eine Alte vom Stamme der Cree, die wurde "Feuerauge" genannt. Sie prophezeite eines Tages, dass die Gier des weißen Mannes (Yo-ne-gis') die Welt zerstören würde. Eine Zeit würde kommen, wenn die Fische in den Strömen sterben, die Vögel vom Himmel fallen, die Gewässer schwarz, die Bäume nicht mehr sein würden. Da würde die Menschheit ihrem Ende entgegensehen.
Das würde die Zeit sein, in denen die Hüter der Legenden und Mythen, der uralten Riten und Weisheiten uns wieder gesunden lassen müssen. Sie werden die "Kämpfer des Regenbogens" genannt. und die Schlüssel zum Überleben sein. Und am Tag des Erwachens werden alle Menschen aller Völkerstämme eine Welt von Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Erkenntnis des großen Geistes herstellen.
Diese Botschaft werden die Kämpfer des Regenbogens verkünden und allen Völkern der Erde lehren. Sie werden sie lehren, den "Weg des Großen Geist" zu leben. Sie werden allen sagen, dass die Welt heute sich vom Großen Geist abgewandt hat und dass die Erde deshalb krank ist.
Die Kämpfer des Regenbogens werden allen Völkern zeigen, dass dieses "uralte Wesen" (der Große Geist) voller Liebe und Verständnis ist und ihnen zeigt, wie sie die Erde wieder schön machen können. Die Kämpfer werden den Menschen Prinzipien und Regeln geben für den "richtigen" Weg. Diese Prinzipien werden die der alten Stämme sein. Die Kämpfer des Regenbogens werden den Menschen die uralten Sitten der Gemeinsamkeit, Liebe und Verständnis beibringen. Sie werden Harmonie zwischen die Menschen aller Gebiete der Erde bringen.
Wie die alten Stämme werden sie die Völker lehren, zu beten mit einer Liebe, die wie ein Quellfluss den ganzen Weg entlang bis zum Ozean des Lebens fließt. Die Menschen könnten wieder Freude empfinden. Sie werden frei sein von Eifersucht und die Menschheit als ihre Brüder lieben, ungeachtet von Hautfarbe, Rasse oder Religion. Sie werden eins werden mit der gesamten Menschheit. Ihre Herzen werden rein sein Wärme, Verständnis und Respekt für die gesamte Menschheit, die Natur, und den Großen Geist ausstrahlen. Sie werden ihr Herz, Hirn, Seele und Taten mit den reinsten Gedanken anfüllen. Sie werden die Schönheit des Meisters des Lebens suchen - den Großen Geist.
Ihre Kinder werden wieder frei herum laufen können und sich an dem Schätzen der Natur und von Mutter Erde erfreuen können. Frei von der Angst vor Giften, verursacht von den Yo-ne-gi und ihren gierigen Praktiken. Die Flüsse werden wieder klar sein, die Wälder reich und schön, die Tiere und Vögel werden wieder da sein. Die Kräfte der Pflanzen und Tiere werden wieder respektiert und die Erhaltung dieser Schönheit wird selbstverständlich sein.
Die Brüder und Schwestern der Erde sorgen für die Armen, Kranken und Hilflosen. Auch dies wird selbstverständlich sein.
Die Anführer der Menschen werden nach alter Art gewählt. Nicht wer in der richtigen Partei ist, oder wer am lautesten spricht, die meisten Leute kennt oder mit dem meisten Schmutz wirft wird ausschlaggebend sein, sondern wessen Taten die deutlichste Sprache sprechen. Diejenigen, die ihre Liebe, Weisheit und ihren Mut bewiesen haben und gezeigt haben, dass sie für das Allgemeinwohl arbeiten, die werden die Chiefs sein. Sie werden nach ihrer Qualität ausgesucht, nicht nach dem Geld das sie erwirtschaften. Wie die "alten Chiefs" werden sie die Menschen mit Liebe zu verstehen wissen und darauf achten, dass die Jungen mit Liebe und Weisheit über ihre Umwelt unterrichtet werden. Sie werden ihnen zeigen, dass Wunder geschehen können, um diese Erde von ihren Krankheiten zu heilen und Gesundheit und Schönheit wieder herzustellen.
Die Kämpfer des Regenbogens werden es nicht leicht haben. Beängstigende Berge des Unglaubens müssen erklommen werden und sie werden auf Vorurteile und Hass treffen. Sie müssen hingebungsvoll, unerschütterlich und stark in ihrem Herzen sein. Sie werden aber auch willige Herzen finden die ihnen auf der Straße folgen werden, Mutter Erde zu ihrer Schönheit zurückzubringen.
Der Tag wird kommen. Lang kann es nicht mehr dauern. An diesem Tag werden wir sehen, dass wir unsere gesamte Existenz denen verdanken, die das alte Wissen und Erbe der Kulturen erhalten haben. Denjenigen, die Rituale, Geschichten, Legenden und Mythen lebendig gehalten haben. Mit diesem Wissen werden wir wieder in Harmonie mit der Natur, Mutter Erde und der Menschheit kommen. Mit diesem Wissen werden wir den Schlüssel zum Überleben finden.
Quellennachweis: Njhau der Regenbogenkrieger

„Es ist nicht wichtig für mich, wie Du dein Geld verdienst. Ich möchte wissen, ob Du es wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu folgen. Es ist nicht wichtig für mich, wie alt Du bist. Ich möchte wissen, ob Du Dich traust, wie ein Narr auszusehen, weil Du Deine Liebe zeigst, Deine Träume lebst und wirklich lebendig bist. Ich möchte wissen, ob Du Dein eigenes Leid umarmen kannst, ob Du durch die Lektionen des Lebens offener geworden bist oder ob Du Dich verschlossen hast, aus Angst vor neuem Leid. Ich möchte wissen, ob Du mit Schmerz umgehen kannst, meinem oder Deinem Schmerz, ohne ihn zu verstecken, verändern oder überspielen zu müssen. Ich möchte wissen, ob Du voller Freude sein kannst, ob Du die Ekstase von Deinen Fusssohlen bis zu Deinen Haarspitzen fliessen lassen kannst. Es ist nicht wichtig für mich, ob die Geschichte, die Du mir erzählst wahr ist. Ich möchte wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, wenn es wichtig ist, Dir selber treu zu bleiben. Ob Du mit Verrat umgehen kannst, ohne Deine eigene Seele zu verraten. Ich möchte wissen, ob ich Dir vertrauen kann, ob Du mein Vertrauen wert bist. Ich möchte wissen, ob Du dann noch die Schönheit in allem sehen kannst, wenn es nicht jeden Tag schön ist. Und ob Du aus der Quelle des grossen Geistes trinken kannst. Ich möchte wissen, ob Du mit Fehlern umgehen kannst, Deinen und meinen Fehlern und zugleich am Ufer eines Sees stehen kannst und dem Silber des vollen Mondes ein lautes „Ja“ entgegen rufen kannst. Es ist nicht wichtig für mich, wo Du lebst und wieviel Geld Du besitzt. Ich möchte wissen, ob Du nach einer Nacht voller Kummer, Streit und Verzweiflung, zermürbt und erschöpft bis auf die Knochen, aufstehen kannst und für Deine Kinder das tun, was getan werden muss. Es ist nicht wichtig für mich, wer Du bist oder wie Du hierher gekommen bist. Ich möchte wissen, ob Du mit mir im Zentrum des Feuers stehen kannst, ohne zurückzuschrecken. Es ist nicht wichtig für mich, wo, was, oder mit wem Du studiert hast. Ich möchte wissen, was von Dir übrig bleibt, wenn alles Äußere von Dir abfällt. Ich möchte wissen, ob Du mit Dir alleine sein kannst.“
Dreamer Oriah Mountain

Auftrag des Mystikers und Mezininhäuptlings "Silver Bear" an "Flying Horse"
Durchwanderst du die Dunkelheit mit einer Lampe ohne Licht, so ist das ohne Nutzen. Zögerlich wird dann jeder Schritt ins Unbekannte sein. Kann dich stolpern lassen auf dem Weg. Und das geringste Hindernis mag zum Aufgeben dich bewegen. Zum Abbruch deiner Reise, vielleicht um einen andern Weg zu gehn. Mach dir aleo eine Lampe, eintzündet am indianischen Feuer. Ein klar un dhell scheinendes Licht, den Weg zu beleuchten und markieren, den du gekommen bist, und den Weg vor dir, damit er nicht ängstige die andern, die nach dir kommen, sie in Zuversicht ihn gehen können im Licht der Fackel, die du hinterlassen hast. Denn die, die diesen Weg gehen, sollten nicht im Dunkeln tappen müssen, wenn ihnen doch ein Licht enthüllen könnte, dass dies ein Weg der Schönheit ist. Und dass auch ihre Schritte ein Tanz in Schönheit werden könnten. Denn dies ist der Weg der Schönheit, der in schönheit alle, die es möchten, umtanzen lässt das eigne Herdesfeuer. Was sie zur Weg-Erhellung brauchen ist eine Lampe mit hellem Schein. So mach sie, diese Lampe entzündet an der dir gegebnen Fackel. Die acht-strahlige Fackel, die Falmme im Innern, die die acht Richtungen erhellt und die acht Dimensionen. Mach sie. Sei eine Sonne, Großvater.

Der Feuervogel ( (ein Märchen der nordamerikanischen Indianer)
Eines Tages kam in ihr Dorf der Feuervogel geflogen. Er wollte
demjenigen das Feuer geben, der am würdigsten ist. So bekamen die
Indianer den Auftrag, Holz zu sammeln und ihm zu folgen. Alle aus dem
Dorf folgten dem Vogel in der Hoffnung, dass er das Feuer als erstes
bekäme. Nach langer Zeit erreichte der erste Mann den Vogel. Doch auf
seine Aufforderung hin, ihm das Feuer zu geben, entgegnete der Vogel:
„Hast du nicht gesehen, wie der Junge, der neben dir lief, in ein
Sumpfloch gefallen ist? Warum hast du ihn nicht herausgezogen? Nein,
dir gebe ich das Feuer nicht!“ Auch dem nächsten Indianer erging es
nicht anders. Darauf hin kehrten alle Bewohner enttäuscht in ihr Dorf
zurück.
Auch der Vogel kehrte in das Dorf zurück. Er flog in die Hütte einer
jungen Frau, die dem Vogel nicht hinterherlief, da ihr Vater alt und
krank war und sie ihn deshalb nicht alleine lassen wollte. Als der
Vogel ihr das Feuer geben wollte, entgegnete sie ihm: „Ich habe nichts
getan, womit ich es verdient hätte. Ich bin dir nicht nachgelaufen,
denn mein Vater ist alt und krank, und ich kann ihn nicht allein
lassen. Ich bin nicht würdig, das Feuer meinem Volk zu bringen.“
Doch der Vogel antwortete: „Gerade deshalb bist du würdig.“
Was siehst du hier, mein Freund?
Nur einen gewöhnlichen alten Kochtopf, verbeult und schwarz vom Ruß. Er steht auf dem Feuer, auf diesem alten Holzofen da, das Wasser brodelt, und der aufsteigende Dampf bewegt den Deckel. Im Topf ist kochendes Wasser, Fleisch mit Knochen und Fett und eine Menge Kartoffeln. Es scheint als hätte er keine Botschaft für uns, dieser alte Topf, und du verschwendest bestimmt keinen Gedanken an ihn. Ausser, dass die Suppe gut riecht und dir bewusst macht, dass du hungrig bist. - Aber ich bin ein Indianer. Ich denke über einfache, alltägliche Dinge - wie diesen Topf hier - nach. Das brodelnde Wasser kommt aus der Regenwolke. Es ist Sinnbild für den Himmel. Das Feuer kommt von der Sonne, die uns alle wärmt - Menschen, Tiere, Bäume. Das Fleisch erinnert mich an die vierbeinigen Geschöpfe, unsere Brüder, die Tiere, die uns Nahrung geben, damit wir leben können. Der Dampf ist Sinnbild für den Lebensatem. Es war Wasser; jetzt steigt es zum Himmel auf, wird wieder zur Wolke. All das ist heilig. Wenn ich diesen Topf voll guter Suppe betrachte, denke ich daran, wie Wakan Tanka, das Große Geheimnis, auf diese einfache Art und Weise für mich sorgt. - Wir Sioux denken oft und viel über alltägliche Dinge nach, für uns haben sie eine Seele. Die Welt um uns ist voller Symbole, die uns den Sinn des Lebens lehren. Ihr Weißen, so sagen wir, seid wohl auf einem Auge blind, weil ihr so wenig seht. Wir sehen vieles, das ihr schon lange nicht mehr bemerkt. Ihr könntet es auch sehen, wenn ihr nur wolltet, aber ihr habt keine Zeit mehr dafür - ihr seid zu beschäftigt. Wir Indianer leben in einer Welt von Symbolen und Bildern, in der das Geistige und das Alltägliche eins sind. Für euch sind Symbole nichts als Worte, gesprochene oder in einem Buch aufgeschriebene Worte. Für uns sind sie Teil der Natur, Teil von uns selber - die Erde, die Sonne, der Wind und der Regen, Steine, Bäume, Tiere, sogar kleine Insekten wie Ameisen und Grashüpfer. Wir versuchen sie zu verstehen, nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen, und ein winziger Hinweis genügt uns, ihre Botschaft zu erfassen.
Lame Deer
Nun kommt hier eine persönliche Geschichte...

Dúkka frá Armotí
1992 auf Island geboren
1996 in einen Touristenverleih gekommen.
Mich ausgesucht, mich bekommen
Nov. 2005 Besitzerwechsel
Gestorben 08.08.2007

Dúkka: Püppi oder Puppe oder Mädchen wie es übersetzt heisst...du hattest ´meinen´ Spitznamen als ich klein war: Püppi.
„Duuuuk-ka“ gesprochen.
Damals warst du eine junge, durchgeknallte Stute, hattest offene Satteldruckstellen am Rücken und Sattelzwang, warst Kopfscheu und klapperdürr, weil du so rangniedrig warst und in der Herde nicht ans Futter kommen konntest – dein Fell war struppig und glanzlos. Ich habe dich oft für 4-5 Std aus dem Verleih geliehen, bin weggeritten, um dann ausser Sicht sofort abzusteigen und mit dir spazieren zu gehen oder irgendwo zu weiden, damit du dicker wirst und dich mal ausruhen konntest, denn du warst 1 Jahr zu jung um überhaupt schon geritten zu werden. Später warst du Leitstute und eine sehr Gute.
Deine Augen...deine Augen.
So viele Menschen haben über deine Augen behauptet: ...“ in diesen Augen kann man die Seele sehen“... und so war es auch.
Dein Geruch...er gefiel mir, deine dicke Mähne, in die ich so oft meine Nase verbuddelt habe, dein Winterpelz, wo ich meine Hände eingrub, um sie zu wärmen.
Deine schlabbernde Unterlippe, wenn du entspannt warst - wir haben sogar ein gelbes Minientchen dafür geschenkt bekommen, was ich hineinsetzen sollte!
Deine Zunge, die beim trinken immer vorne raus hing...deine so wunderschöne Stimme...wie du so tief und beruhigend zu Húni und Litla gewiehert hast.
Dein Kopf, der so edel, fein und stolz aussehen konnte, dein Blick dazu – ich war immer wieder hingerissen. Wie wir nebeneinander auf der Wiese waren und uns anschauten und auf einmal losrannten....na ja – natürlich warst du schneller und hast dich manchmal umgeschaut als wolltest du mich fragen: hey, wo bleibst du denn?
Und du konntest so gut wie gar nichts, ausser Angst haben und scheuen. Du warst meine Lehrerin und hast mir soviel beigebracht, auch über mich ....das man nicht zu große Schritte machen soll, weil man sich mit anderen vergleicht die das schon besser können, weiter sind – sondern dass wir beide halt kleine Schritte machen müssen im Lernen und wenn eine Überforderung war, dann schön wieder ein paar Schritte zurück und immer mit einem Erfolg abschließen!!! Geduld – du hast mich Geduld gelehrt, die Geduld in Liebe und Annahme. Die Geduld, die Liebe, die nicht fordert, sondern einfach da ist wie es für dich gut war, solange da war wie du es brauchtest, damit du Vertrauen fassen konntest. Soviele Jahre hast du dich von niemanden einfangen lassen ausser mir. Und wenn es jemand versuchte und dir Angst machte, so musste auch ich manches Mal lange neben dir teils im Regen und Gewitter auf der Weide stehen, bis du glaubtest, dass ich dir nichts tun möchte. So standen wir Po neben Po im Sturm und Regen auf der Weide und andere sagten im Spaß über dich, sie hätten dich schon längst zum Schlachter gebracht. Für mich warst du dennoch „meine Schöne“ weil ich sah wie du wolltest und nicht konntest, dein innerer Kampf und später in manchen Situationen auch einfach nur dein Dickkopf, der nie heftig war, meist versteckt...du warst oft ein Schlingel auf so verdeckte Art und Weise und wie oft hab ich so was von Lachen müssen, wenn mir klar wurde, dass du mich gerade einfach mal hast auflaufen lassen.
Wie wir gemeinsam lernten, dass in der Welt nicht unbedingt alles furchterregend ist oder einem was tun will. Bei einem Kurs, wo Bodenarbeit – Fahren vom Boden aus -angesagt war, und R. das an dir zeigen wollte und du total ausgerastet bist, ein weisses Band und jemand der hinter dir gehen wollte – NEIN – auf keinen Fall. Er zugeben musste, dass du ein Pferd bist, wo er schleunigst die Besitzerin ruft um es zu beruhigen...wo wir Übungen machen sollten und er verlangte ich solle eine Gerte nehmen, einfach nur mitnehmen und er sich totlachte, weil wir dann jedes Mal im schnellsten Galopp an ihm vorbeisausten und ich die Gerte im hohen Bogen wegwerfen musste!!! Ha ha ha – wir sorgten oftmals für Belustigung. Aber wir sorgten auch für Respekt für unsere Ausdauer/Zähigkeit in kleinen Schritten zu arbeiten. Und R. sagte: nächstes Jahr möchte ich das ihr beide mir das hier vorführt...und wir übten...und übten...und du lerntest, dass eine Gerte nicht gleich Schläge bedeutet, du lerntest, dass, wenn ich hinter dir gehe, kein Angriff erfolgt, du lerntest zu vertrauen, auch wenn du nicht sehen konntest, was ich hinter dir tue. Du lerntest, dass ICH dir nie etwas tun würde. Und ich lernte dir zu vertrauen!
Andere lernten sich bei ihren Pferden zu bedanken nach einem Ritt – denn das tat ich bei dir. Andere lernten nicht sauer zu sein, wenn es einen Dauerregen gab, sondern mit uns zu singen: I´m riding in the rain. Und über die Jahre fingen viele Menschen, die schon fertig ausgebildete Pferde hatten und keine Probleme- sich mit uns zu freuen – über deine Erfolge zu freuen und unser letzter gemeinsamer Kurs mit R. endete mit einem Riesenapplaus für uns, mit Freudentanz R. und wahrer Freude der anderen –denn wir hatten alles geschafft und du bist dort getöltet wie eine Eins, du konntest Bodenarbeit, du warst gymnastiziert, du warst Einzigartig und immer noch mit Macken .
Mit dir hab ich einsame lange Ritte in der Natur erlebt –du hast mich getragen...manchmal hab ich die Zügel losgelassen, die Arme ausgebreitet, die Augen geschlossen und du bist losgetrabt – in deinem schnellen fliegenden Trab, der schneller war als bei anderen ihr Galopp – es war ein Traum, wenn du so losgelöst gerannt bist, du warst frei, deine Seele hat gejubelt, ich konnte es fühlen. Und ich danke dir, dass ich daran teilhaben durfte.
Du warst meine Auszeit aus dem Alltag, du warst meine Wellness und meine Therapie, du hast mich fit gehalten und mir viel beigebracht, über dich, über mich. Du hast meine Kinder angenommen, du hast ihre Pferde beschützt. Du hast für alles gesorgt. Weißt du noch wie auf der Wiese eine junge Ente ihre Eier mitten auf die Weide legte...du hast es mir gezeigt und ich habe einen Zaun rumgebaut und obwohl Fuchs, Krähen, Bussarde, Falken, Eule dort waren, haben die Kleinen es geschafft, bis auf ein Ei sind alle ausgeschlüpft.
Der helle Bussard in dem heissen Sommer...wie ein Huhn ist er mit uns auf der Weide rumgelaufen...das Krähenpaar, jedes Jahr wieder und manchmal saßen die Krähe, der Falke und der Bussard nebeneinander auf deinem Weidezaun. Oder die Krähe war in meinem Kofferraum um sich ihre Ration vom Futter selbst zu holen .
Mit dir und dem Bussard bin ich um die Wette gelaufen oder auf dir reitend mit dem Bussard parallel zu uns fliegend. Oder wie er uns entgegen flog...wir galoppierend und erst kurz vor uns hochzog und ich hätte ihn berühren können...die Eichhörnchenfamilie im Wald und wir zuschauten...1 m kam es zu uns und schaute uns an, schnatternd und stufte uns wohl als harmlos ein, denn danach ging das Spiel weiter und sie holten sogar ihr Junges – ein Eichhörnchenbaby, so winzig. Die vielen Rehe, der Hirsch, die Füchse – weißt du noch wie wir ritten, du anhieltest und nicht weiter im hohen Gras gehen wolltest, ich dich ließ und auf einmal tauchten kleine Fuchsköpfe auf und Mama Fuchs sammelte ganz eifrig ihre Jungen ein. Oder ein anderes Mal an anderer Stelle ein Fuchs mit Beute, der uns anschaute und dann doch in seinen Bau ging, wir durften erfahren wo er wohnt und haben versprochen es niemanden zu verraten - all diese wundervollen Dinge durften wir gemeinsam schauen!
Mit dir hab ich eine Zeit immer einen Eisvogel gesehen.
Mit dir bin ich durch dicksten Nebel alleine geritten im fremden Wald im Urlaub und wusste: wir beide finden den Weg gemeinsam zurück und so war es auch. Bei einer großen Tour, die wir alleine gemacht haben, wollte ich an einer Gabelung rechts und du bocktest...du wolltest links gehen. Ich setzte mich durch um später dann zu merken, dass das der falsche Weg war. Ich habe fast gehört wie du sagtest: "hab ich dir doch vorhin schon gesagt...und du hast wieder nichts kapiert..." :-)
Hey oder weisst du noch: die gemeinsamen Ausritte mit den Wallachen...die Kerle überholten uns, drängelten voller Tatendrang an uns vorbei...aber es war kein Problem, du konntest vorne laufen, du konntest in der Mitte laufen und du konntest auch hinten gehen, du konntest in Gruppen und auch alleine raus –all das hatten wir geübt und du warst toll! Aber zurück zu den Wallachen...alles bestens bis auf einmal ein Geräusch kam oder sie etwas rochen ...auf einmal wurde sie zögerlich und wer wurde vorgeschoben: wir!!!! DANN durftest du vorne gehen...meist war es dann ein Reh im Gebüsch...kaum war die Gefahr vorbei, wurden wir wieder überholt...na ja, wir haben uns einen gegrinst, nicht wahr meine Schöne.
Dein Gespür...es war sehr fein. Manchmal stopptest du abrupt, so dass ich fast runter fiel und warst nicht zu bewegen weiterzugehen...bis ich dann genau schaute...vor deinen Hufen saß geduckt ein kleiner Hase.
Oder wie du im Wald auf einmal wie festgewurzelt angehalten hast, kaum atmetest und ich machen konnte was ich wollte, nicht eine Bewegung hab ich dir entlockt. Ich wurde dann auch sehr unruhig und blieb genauso wie du absolut still und atmete auch kaum noch. Und dann – DANN kam sie: eine große Bache 10 m vor uns auf dem Waldweg. Sie schaute uns genau an und ich wusste, wir hätten noch nicht mal die Zeit gehabt umzudrehen und wegzugaloppieren, keine Chance. Sie schaute sehr lange und eigentlich hätten wir umfallen müssen, weil wir so lange die Luft anhielten. Dann ging sie über den Weg und verschwand im Gebüsch. Ich wagte wieder zu atmen...du auch, aber du rührtest dich einfach nicht von der Stelle und ich fühlte mich auch beobachtet. So blieben wir halt noch einige Minuten still stehen. Und dann kamen sie....5 Frischlinge mit hocherhobenen Schwänzchen...zack zack zack...zack ..zack...schnell rüber zu Mama. Und ich dachte du platzt gleich unter mir und richtete mich darauf ein, dass ich wahrscheinlich gleich einen Abgang mache, wenn du losrast. Aber nein...du bist zwar losgerast, aber im Renntölt und der Wald flog nur so an uns vorbei und Rehe flohen auch parallel vor den Wildschweinen.
Mit dir war ich dem Reiher, der uns immer auf der Weide besuchte, so nah wie nie sonst...er stieg genau vor uns aus dem Bach hoch...wie riesig, wie riesig diese Flügelspannweite war und so nah.

Dúkka, dir verdanke ich die schönsten Erinnerungen meines Lebens.
Dir verdanke ich, dass ich an manchen Punkten meines Lebens weitergehen konnte,
WEIL DU MICH GETRAGEN HAST.
Bei und mit dir konnte meine Seele tanken, sich ausruhen und wir wurden von vielen Tieren direkt begleitet.
Über deine Macken muss ich heute noch lachen...wie eine Trainerin meinte du wärst doch so lieb und ich dann meinte sie soll dich mal reiten und auf einmal klapperte ihr Reissverschluss an der Jacke und du wurdest schneller und schneller und ihre Augen größer und größer...und danach wusste sie was ich meinte, wo dann nur Vertrauen greift, damit du ruhig bleibst. Und wir beide vertrauten uns. Ich durfte den Großteil deines Lebens ein Teil davon sein, jeden Tag haben wir uns gesehen und dann musste ich dich abgeben...es brach mir das Herz, ich habe es mir nie verziehen, aber die beste Familie für dich gefunden, die es da gab. Du hast dort nur noch knapp 2 Jahre leben wollen, dann passierte der Unfall. Ich habe kein Pferd mehr angefasst und eine Zeit kamen die Träume: wir sind zusammen geritten, wir waren zusammen und es war schön, es war Heilung, ein Verzeihen und ich wusste du bist mir nicht böse. Was ich nicht wusste ist, dass du in der Zeit gestorben bist.
Dúkka frá Ármotí, du Enkelin eines „Jahrhundertehengstes“ aus Island – wir treffen uns im Regenbogenland und ich danke dir, dass ich dir begegnen durfte, meine schöne Islandstute! Bis zu meinem letztem Atemzug werde ich dich nicht vergessen.
